Burnout-Syndrom

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Onmeda.de Vom "Burnout-Syndrom" hat heute fast jeder schon einmal gehört oder kennt jemanden, der es hat. Auch in den Medien ist dieser belastende Zustand häufig ein Thema. Der Begriff Burnout-Syndrom kam dabei erstmals Mitte der 1970er Jahre auf.

Definition: Was ist das Burnout-Syndrom?Unter dem Begriff Burnout-Syndrom versteht man einen Zustand totaler körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung sowie verringerter Leistungsfähigkeit. Übersetzt bedeutet der aus dem Englischen stammende Begriff Burnout so viel wie "Ausbrennen". Menschen mit Burnout fühlen sich extrem erschöpft und innerlich leer. Menschen, die stark in ihrem Beruf aufgehen und sich dabei für andere Menschen aufopfern, sind besonders oft vom Burnout-Syndrom betroffen. Häufig geschieht dies in sozialen Berufen wie Lehrer, Arzt oder Krankenpfleger. Prinzipiell kann jedoch jeder, unabhängig vom Beruf, am Burnout-Syndrom erkranken, zum Beispiel auch durch familiäre Belastungen. Häufig stellen Betroffene die eigenen Bedürfnisse stark in den Hintergrund. Schätzungen zufolge sind etwa 10 Prozent aller Arbeitnehmer, die in Risikoberufsgruppen arbeiten, vom Burnout-Syndrom betroffen. 20 bis 30 Prozent aller Personen in solchen Berufen sollen gefährdet sein, am Burnout-Syndrom zu erkranken. Da es bislang jedoch aus wissenschaftlicher Sicht keine Klarheit darüber besteht, wie genau sich ein Burnout-Syndrom definiert, lassen sich auch keine klaren Aussagen über die Häufigkeit treffen. Selbst wenn in den Medien immer wieder teils beeindruckende Zahlen verbreitet werden: Zuverlässige Zahlen gibt es im Grunde nicht. Fühlen Sie sich erschöpft und ausgebrannt? Finden Sie mithilfe unseres Burnout-Tests heraus, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Sie vom Burnout-Syndrom betroffen sind. Zum Test ... Die genauen Ursachen für das Burnout-Syndrom sind bisher nicht ausreichend geklärt. Sicher scheint, dass die Ursachen stark variieren können – Gemeinsamkeiten gibt es dennoch. Meist spielen starke Belastungen verschiedenster Art beziehungsweise über lange Zeit andauernder Stress in Beruf oder Familie eine Rolle. Insbesondere, wenn gleichzeitig die eigene Leistung nicht oder nur wenig anerkannt wird und der Betroffene Stress für sich ungünstig bewältigt. Von Burnout Betroffene achten oft nicht genug darauf, sich Phasen der Ruhe und Entspannung zu gönnen und verdrängen über lange Zeit Warnsignale des Körpers. Mögliche Ursachen finden sich häufig in den Belastungen beziehungsweise Überlastungen des jeweiligen Berufsumfeldes. Hierzu zählen unter anderem: Zu den Burnout-gefährdeten Berufen zählen zum Beispiel: Vermutlich begünstigt das Zusammenspiel aus psychischen Faktoren und Belastungen im Job das Entstehen eines Burnout-Syndroms. Aber auch Personen anderer Berufsgruppen können vom Burnout-Syndrom betroffen sein. Oft erkranken auch Personen mit großer familiärer Belastung an Burnout. Weitere Risikofaktoren für das Burnout-Syndrom sind unter anderem: Das Burnout-Syndrom ist das Ergebnis eines längeren Prozesses, bei dem eine anfänglich starke Begeisterung schließlich in Ernüchterung, Frustration und Gleichgültigkeit umschlägt. Ist Burnout tatsächlich ein eigenes Krankheitsbild? Hierüber konnten sich Mediziner bislang nicht einigen. Manche Experten glauben, dass sich hinter der Diagnose "Burnout" eigentlich andere Krankheiten verstecken, zum Beispiel psychische Erkrankungen wie eine Depression. Das Fehlen einer klaren Definition erschwert es, zu dem Thema zu forschen – auch klare Aussagen über die Häufigkeit von Burnout sind dadurch im Grunde nicht möglich und reine Spekulation. Dennoch findet sich auf immer mehr Krankschreibungen die Diagnose Burnout. Ein eigener ICD-10-Code existiert für Burnout bislang nicht. In der Regel behelfen sich Ärzte hier deshalb mit dem ICD-10-Code Z73, der für "Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung" steht. Das Burnout-Syndrom ist kein einheitliches Krankheitsbild. Vielmehr können verschiedenste körperliche oder psychische Symptome auftreten, die sich nicht plötzlich, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg entwickeln. Für die körperlichen Symptome finden sich beim Burnout-Syndrom jedoch keine organischen Ursachen, sie entstehen psychosomatisch – das heißt psychische Probleme führen hier zu Beschwerden, die sich körperlich äußern Als körperliche Symptome können beim Burnout-Syndrom unter anderem auftreten: Häufige psychische Anzeichen sind beim Burnout-Syndrom zum Beispiel: Betroffene bemerken meist zuerst die einzelnen körperlichen oder psychischen Beschwerden und wenden sich in der Regel deswegen an ihren Arzt. Um festzustellen, ob ein Burnout-Syndrom hinter den Symptomen steckt, muss der Arzt bei körperlichen Beschwerden zuerst mögliche körperliche Ursachen ausschließen. Sind keinerlei körperliche Ursachen zu finden, ist möglicherweise eine Überweisung zum Psychologen sinnvoll. Dieser kann sich mit der genauen Lebenssituation des Betroffenen auseinandersetzen und berufliche, familiäre oder partnerschaftliche Aspekte beleuchten und Überlastungssituationen ausmachen. Denn als mögliche Ursache für die Beschwerden müssen psychische Erkrankungen wie etwa eine Depression ausgeschlossen werden, obwohl diese nicht immer klar vom Burnout-Syndrom zu trennen ist. Weitere mögliche Ursachen, die ausgeschlossen werden sollten, sind zum Beispiel: Erst wenn sicher ist, dass keine körperlichen Ursachen zu den Beschwerden führen und auch keine psychische Erkrankung wie eine Depression vorliegt, kann ein Burnout-Syndrom als Diagnose in Betracht gezogen werden. Manche Ärzte setzen spezielle Fragebögen ein, um herauszufinden, ob beim Betroffenen eventuell ein Burnout-Syndrom vorliegt. Ein gängiger Fragebogen ist zum Beispiel der sogenannte "Maslach-Burnout-Inventory" (MBI), der ursprünglich Forschungszwecken diente und im Grunde nicht als Diagnosehilfsmittel gedacht war. Egal, welcher Fragebogen nun zum Einsatz kommt, das Problem bei allen Fragebögen bleibt, dass es bislang keine einheitliche Definition des Krankheitsbildes Burnout-Syndrom gibt. Deshalb ist die Aussagekraft solcher Fragebögen mit Vorsicht zu genießen, denn man weiß im Grunde nicht, ob sie tatsächlich Aufschlüsse über das Vorliegen eines Burnouts geben, geschweige denn andere Erkrankungen ausschließen können. Bevor es zur Diagnose Burnout kommt, muss der Arzt erst andere Ursachen ausschließen. Beim Burnout-Syndrom richtet sich die Therapie vor allem danach, welche Beschwerden genau vorliegen und wie stark diese sind. Jede Behandlung sollte individuell auf den Betroffenen ausgerichtet sein.  Je eher Burnout-Betroffene selbst erkennen und für sich annehmen können, dass sie Hilfe brauchen, desto besser sind die Therapieaussichten. Nach diesem wichtigen ersten Schritt sollte man als nächstes versuchen, sich selbst zu entlasten und bekannte Stressauslöser so weit wie möglich zu meiden. Langfristig ist es meist notwendig, bisherige Verhaltensmuster und Gewohnheiten zu ändern und Wert auf eine gesunde Lebensweise zu legen. Eigene Bedürfnisse zu erkennen und zu beachten ist ein wichtiger Aspekt auf dem Weg zur Besserung. Beruflicher Alltag und Entspannung müssen in Balance gelangen. Wer sich frühzeitig Hilfe sucht und aktiv an der Therapie mitarbeitet, hat gute Aussichten auf eine Besserung des Burnout-Syndroms. Versuchen Sie außerdem, sich Zeit und Raum für Dinge zu nehmen, die Sie zufrieden machen, wie zum Beispiel Hobbys, Spaziergänge in der Natur oder Sport. Frischen Sie Kontakte zu Freunden und Familie wieder auf, die Sie zuvor vernachlässigt haben. Soziale Kontakte aufrechtzuhalten, ist sehr wichtig – ebenso, Hilfe von Freunden oder Verwandten anzunehmen. Dies stärkt Ihr Selbstwertgefühl und bestätigt, dass Sie nicht nur auf sich selbst gestellt sind. Beleuchten Sie Ihren eigenen Perfektionsdrang und fahren Sie diesen falls notwendig runter. Lassen Sie auch einmal "fünfe gerade sein". Das Gleiche gilt für unrealistische oder überhöhte Vorstellungen von Ihrem Arbeitsplatz. Nehmen Sie sich Zeit für sich und tanken Sie Energie! Sind Sie in der Lage, Hilfe durch Ärzte und Therapeuten bei der Behandlung des Burnout-Syndroms zu akzeptieren, können verschiedene Ziele angestrebt werden. Dazu gehört zum einen, Ihre eigenen sozialen Fähigkeiten zu verbessern und sich vor allem besser abgrenzen zu können. Sie lernen, eigene Belange besser gegen andere zu vertreten und mit Konflikten umzugehen. Unangenehme Arbeiten und zusätzliche Aufgaben sollen Sie ablehnen können und dürfen. Zum anderen ist es wichtig, dass Sie sich selbst besser einschätzen lernen und Zeitfresser erkennen. Zu viele oder übermäßig lange Besprechungen lassen sich zum Beispiel im Gespräch mit dem Vorgesetzten unter Umständen schnell verkürzen oder in ihrer Zahl verringern. Zeitmanagement-Seminare können Ihnen helfen, die eigene Zeitplanung zu verbessern. Mithilfe der kognitiven Verhaltenstherapie lassen sich zudem negative Handlungsmuster oder Einstellungen erkennen und gezielt verändern. Unter Umständen kann auch eine tiefenpsychologische Therapie angebracht sein. Sind die Beschwerden des Burnout-Syndroms sehr stark ausgeprägt, ist es unter Umständen sinnvoll, die psychotherapeutische Behandlung stationär in einer Klinik durchzuführen. Bei ausgeprägtem Burnout-Syndrom helfen kurzfristig Antidepressiva oder Medikamente gegen Schlafstörungen. Um kurzfristig zu entspannen, können bereits ganz einfache Maßnahmen helfen: Langfristig sollten Burnout-Betroffene versuchen, bessere Strategien zur Stressbewältigung im Alltag zu entwickeln. Hilfreich sind hier zum Beispiel Entspannungstechniken wie: Erkennen und akzeptieren Betroffene…

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